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Supergrass
Phantom Planet
The Guest
The Guest
The Guest CD
Tracks
  1. Always On My Mind
  2. Lonely Day
  3. One Ray Of Sunlight
  4. Anthem
  5. In Our Darkest Hour
  6. Turn Smile Shift Repeat
  7. Hey Now Girl
  8. Nobody's Fault
  9. All Over Again
  10. Wishing Well
  11. Something Is Wrong
Links
www.phantomplanet.de
www.phantomplanet.com
www.phantomplanetfamily.com

Phantom Planet - The Guest

Nachdem ich schon mehrfach überschwänglich begeisterte Kritiken zum zweiten Werk der fünf Kalifornier "Phantom Planet" gelesen hatte und mich die Idee einer amerikanischen Britpopband durchaus faszinierte, darüberhinaus auch noch die aktuelle Single "California" sich sofort in meinem Ohr eingenistet hatte (sorry Martina, für's ständige Summen meinerseits), lag kaum etwas näher, als mir die komplette Platte zu kaufen, nachdem ich mir California schon gesaugt hatte (Hallo Plattenindustrie: seht doch Musiktauschbörsen als Kaufreizanreger, denn das sind sie durchaus).

Da ich gerade keine Zeit hatte, richtig reinzuhören, kaufte ich also beim CD-Dealer meiner Wahl quasi die Katze im Sack, wenn auch eine hochgelobte Mieze. Höchst gespannt und durchaus auch auf eine Enttäuschung gefasst also die CD in den Computer geschoben (ich sollte mir endlich mal einen gscheiten CD-Player kaufen...) und reingehört. Spätestens zwei Lieder später war ich wieder völlig entspannt, wippte versonnen mit dem rechten Fuß, und freute mich, wohl keinen Fehlkauf getätigt zu haben. Denn "The Guest" ist ein wirklich tolles, mutiges Album.

Mutig? Ja, denn eigentlich machen Phantom Planet Popmusik. Supereingängige Melodien (spätestens beim zweiten Auftauchen des Refrains kann man mitsummen, beim drittenmal singt man mit), zuckersüße Akkordfolgen (wobei ich nicht so weit gehen würde wie einer der "Profikritiker", der gleich Parallelen zu den Beatles zog) und unaufwändige Instrumentierung. Das allein ist noch nicht mutig. Besonders ist, dass ihre Zielgruppe (so sehe ich das zumindest) dementgegen gerade nicht unbedingt die breite Masse der Standardpopkonsumenten, sondern eher Musikliebhaber, "Albenhörer" sind. Obwohl nämlich jeder der Songs im Grunde für sich steht, und fast alles zur Singleauskopplung taugen würde, gibt es doch so etwas wie ein Gesamtkonzept. Man kann die Stücke wunderbar einzeln hören und doch verschmelzen sie ineinander, wenn man das Album am Stück genießt (kurioserweise funktioniert das sogar, wenn man den Player auf "Shuffle" stellt).

Und: die, nennen wir sie mal so, Mainstream-Elemente werden ganz gezielt eingesetzt, mal aus dem üblichen Kontext gerissen, dann wieder aprupt stoppend, streckenweise fast karikiert, wie in "Wishing Well" ("Wunschbrunnen"), wo sich aus einer anfänglichen leisen Disharmonie heraus ein fast episches, sich ständig steigerndes und immer harmonischer, eingängiger anmutendes Lied wird, um dann direkt von einem Moment zum nächsten wieder in der ursprünglichen Disharmonie zu landen und ganz am Ende in regelrechten Lärm auszuarten. Oder wie bei "Turn Smile Shift Repeat", wo unmerklich ein mechanisch emotionsloses Schlagzeug gemeinsam mit dem äußerst mitreißenden Gesang von Alex Greenwald sich verwandelt in einen voller Wut und Resignation schreienden Zwischenteil, der dann wieder in den völlig unemotionalen Refrain ("And they just turn, smile, shift, repeat, turn, smile, shift, repeat...") mündet, dessen Aussage auf diese Weise aber gerade dadurch beim Hörer Emotionen hervorruft. Schlichtweg genial.

Doch man kann das auch anders sehen. Gerade durch diese Verwurschtelung von bekannten Elementen, die das Album ausmacht, verliert es auch seine Eigenständigkeit, es kommt einem immer so vor, als hätte man das alles schon mal irgendwo gehört. Und viele der außergewöhnlichen Elemente sind wohl eher dem Produzenten als der Band zu verdanken.

Dennoch, dieses Album ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert, was sich schon in der Tatsache ausdrückt, dass ich schon drei Tage nach dem Kauf einen Review schreibe, und wird sich sicher lange in den vorderen Plätzen meiner persönlichen Hitliste halten. Vielleicht schreibe ich in einem halben Jahr noch mal eine überarbeitete Kritik, wenn ich etwas Abstand gewonnen habe, im Moment jedoch lautet mein Urteil:

4 Zonks